Akustik Themenübersicht:


Wesen des Schalls
Schallquellen
Tonleiter
Kammerton
Konsonanz und Dissonanz
Schallgeschwindigkeit
Doppler-Effekt
Auslöschung
Verstärkung
Schwebung
Hörfläche
Lautstärke
Schallpegel

 

Wesen des Schalls

 

Schallwellen sind Longitudinalwellen. Sie gehen von der Schallquelle aus, einem schwing-enden Körper. Für das menschliche Ohr sind in der Regel die Frequenzen 16....20 000 Hz hörbar. Alle höheren Frequenzen werden als Ultraschall, alle niederen als Infraschall bezeichnet.

Man unterscheidet:

Ton, Klang, Geräusch und Knall

 

 

 

 

Der Ton ist eine reine Sinusschwingung

 

 

Der Klang ist die Überlagerung mehrerer Töne

 

 

Das Geräusch ist eine unregelmäßige Schwingung

 

 

Der Knall ist ein kurzzeitiger und starker Schalldruck

 

Akustik1

 

 

 

Zwischen den Schwingungen der Schallquelle und der Schallempfindung
bestehen folgende Beziehungen:

 

Schwingung

 

Schalldruck*

Amplitude
Frequenz
Schwingungsform

entspricht
entspricht
entspricht

Lautstärke
Tonhöhe
Klangfarbe

 

 

*Schalldruck
Unter Schalldruck versteht man die in einer Schallwelle auftretenden maximalen Druckabweichungen (Überdruck oder Unterdruck; Druckamplitude). Er wird meist in µbar angegeben.

 

 

 

Schallquellen

Schallquellen sind stets schwingende Körper.

Schwingende Saiten

Man findet sie beim Klavier, bei der Geige und anderen Musikinstrumenten. Sie können durch Anzupfen, Anstreichen oder Schlagen zum Schwingen gebracht werden. In der schwingenden Saite bildet sich eine stehende Welle mit den Knotenpunkten an den Enden. Die Saite liefert die Grundschwingung. Außerdem sind noch Schwingungen höherer Frequenz möglich. Diese Oberschwingungen beeinflussen die Klangfarbe, nicht die Frequenz des wahrgenommen Tones. 

 

Schwingende Luftsäulen

Die in Pfeifen eingeschlossenen Luftsäulen schwingen stets in stehenden Wellen. Am Mundstück befindet sich dann ein Wellenbauch. es gibt offene und geschlossene Pfeifen.

Übersicht:

Pfeife

am Ende befindet sich

Pfeifenlänge gleich

offen

geschlossen

Wellenbauch

Wellenknoten

halbe Wellenlänge

viertel Wellenlänge

Beachte:

Der Ton einer offenen Pfeife besitzt die doppelte Frequenz des Tones einer geschlossenen Pfeife gleicher Länge.

 

 

 

Tonleiter

Harmonische (diatonische) Tonleiter 

Sie besteht aus acht Tönen. Je 2 Töne stehen in bestimmten Frequenzverhältnissen.

Übersicht:

Diatonische Tonleiter

Prime

Sekunde

Terz

Quarte

Quinte

Sexte

Septime

Oktave

c

 

d

 

e

 

f

 

g

 

a

 

h

 

c

 

9/8

 

10/9

 

16/15

 

9/8

 

10/9

 

9/8

 

16/15

 

1

 

9/8

 

5/4

 

4/3

 

3/2

 

5/3

 

15/8

 

2/1

 

Beachte:

1. In der 3. Zeile der Übersicht stehen die Frequenzverhältnisse von je zwei Nachbartönen.

2. In der 4. Zeile stehen die Frequenzverhältnisse bezogen auf den Grundton.

3. Das Frequenzverhältnis 9/8 bzw. 10/9 entspricht einem Intervall, das Verhältnis 16/15 einem halben Intervall.

 

Chromatische Tonleiter

Bei ihr sind die ganzen Intervalle in je zwei halbe Intervalle aufgeteilt. Entweder wird der tiefere Ton eines Intervalles um den Faktor 25:24 erhöht (das gibt cis, dis, fis, gis, ais) oder die höhere Frequenz um den Faktor 24:25 verkleinert (das gibt des, es, ges, as, b). Die in beiden Fällen entstehenden Frequenzen stimmen nicht überein; sie werden durch den Mittelwert ersetzt, dem man beide Namen zugleich gibt.

Übersicht

Chromatische Tonleiter

e

 

d

 

e

f

 

g

 

a

 

h

e

 

eis

 

dis

 

 

fis

 

gis

 

ais

 

 

 

des

 

es

 

 

ges

 

as

 

b

 

 

Beachte:
Die entstandenen 12 Halbintervalle besitzen kein einheitliches Frequenzverhältnis. Deshalb ist diese Tonleiter, obwohl sie die klangreinsten Intervalle (reine Stimmung) hat, für Instrumente mit fester Stimmung (Klavier, Orgel usw.) nicht brauchbar.

 

 

Kammerton

Bezugsfrequenz für alle Tonleitern ist der Kammerton a´ mit  440 Hz. Die Frequenzen aller anderen Töne lassen sich daraus errechnen.

 

Ton

relative Schwingungszahlen Stimmung

absolute Schwingungs- zahlen in Hz

rein

gleich schwebend

c´ 

1,00000

1,00000

261,63

eis´

1,04166

1,05946

277,18

des´

1,08000

1,12500

1,12246

293,67

dis´

1,17187

1,18921

311,13

es´

1,20000

1,25000

1,25992

329,63

1,33333

1,33484

349,23

fis´

1,38889

1,41421

369,99

ges´

1,44000

1,50000

1,49831

392,00

gis´

1,56200

1,58740

415,30

as´

1,60000

1,66667

1,68179

440,00

ais´

1,73611

1,78180

466,16

1,80000

1,87500

1,88775

493,88

e´´ 

2,00000

2,00000

523,25

 

 

Konsonanz und Dissonanz

Ob der Mensch das gleichzeitige Erklingen zweier Töne als Wohlklang (Konsonanz) oder als Missklang (Dissonanz) empfindet, hängt vom Frequenzverhältnis beider Töne ab. Konsonanz tritt ein, wenn sich das Frequenzverhältnis durch ganze Zahlen kleiner als sieben ausdrücken lässt. Die beste Konsonanz ergibt demnach die Oktave mit dem Verhältnis 2:1. Danach folgen: Quinte (2:3), Quarte (3:4), Sexte (3:5), Terz (4:5) und kleine Terz (5:6). Die Sekunde (8:9) und die Septime (8:15) ergeben Dissonanzen. 

 

 

Schallgeschwindigkeit

Sie hängt in guter Näherung nur von den Eigenschaften der verschiedenen Medien, nicht aber von der Frequenz des Schalls ab.

Schallgeschwindigkeit in Luft von 0°C beträgt 331,3 m/s.

Experimentell wurden 331,6 m/s ermittelt.

 

 

Doppler-Effekt

Besteht zwischen einer Schallquelle (Sender) und dem Schallempfänger eine Relativbewegung, vergrößert oder verkleinert sich also ihr gegenseitiger Abstand, so nimmt der Empfänger E eine andere Frequenz wahr, als der Sender S abgestrahlt hat.

1. Entfernt sich E von S, so entspricht dies einer Verkleinerung der Relativgeschwindigkeit zwischen Schallwelle und Empfänger.

2. Bewegt sich S auf E zu, so entspricht dies einer Verkürzung der Wellenlänge um den Weg, den S während der Dauer einer Schwingung zurücklegt.

 

 

Auslöschung

Zwei Schallwellen mit gleicher Ausbreitungsrichtung, Frequenz und Amplitude löschen sich aus, wenn sie einen

 

 

Akustik1

 

 

besitzen. Bei ungleichen Amplituden ergibt sich bei den gleichen Bedingungen  eine Schwächung

 

 

Verstärkung

Zwei Schallwellen verstärken sich gegenseitig, wenn sie einen

 

 

Akustik3

 

 

besitzen.

 

 

Schwebung

Die Überlagerung zweier Schallwellen mit  fast gleicher Frequenz ergibt eine Schwebung. Die Amplitude nimmt periodisch zu  und ab.

 

 

Akustik4

 

 

Beachte:
Durch Überlagerung zweier Hochfrequenzen kann so als Schwebung eine Niederfrequenz erzeugt werden.

 

 

 

Hörfläche

Eine Übersicht über den vom menschlichen Ohr wahrnehmbaren Intensitäts- und Frequenzbereiche bietet die Hörfläche. Hörbar ist für ein normales Ohr nur das, was innerhalb dieser Fläche liegt. Die untere Begrenzungskurve zeigt den Schwellen-

 

 

Akustik5

 

 

 

wert in Abhängigkeit von der Frequenz, die obere Kurve die Schmerzgrenze, ebenfalls in Abhängigkeit von der Frequenz. Man erkennt, dass bei gleicher Schallstärke Töne verschiedener Frequenz vom Ohr verschieden laut wahrgenommen werden. Da die Hörfläche für etwa 1000 Hz den größten senkrechten Durchmesser besitzt, sind die Lautstärken auf diese Frequenz bezogen. Da Jmax zu Jmin bei dieser Frequenz etwa 1013 ergibt, reicht die Phonskala von 0 (Schwellenwert) bis 130 phon (Schmerzgrenze).

 

 

Lautstärke

Die Lautstärke, mit der der Mensch eine Schallstärke subjektiv empfindet, hängt vom Gehörsinn ab und ist eine physiologische Größe. Sie wird in Phon (phon) gemessen.

 

 

Beachte:
Alle Lautstärkeangaben beziehen sich auf einen 1000 Hz-Ton. Für einen Ton beliebiger Frequenz errechnet sich demnach die Lautstärke aus dem Schalldruck eines gleich laut empfundenen 1000 Hz-Tones. Umgekehrt liefert die Phonzahl eines beliebigen Tones lediglich den Schalldruck des gleich laut empfundenen 1000 Hz-Tones. Bei mehreren Schallquellen ergibt sich die gesamte Lautstärke aus der Summe der Schallstärken bzw. aus der Wurzel der Summe der Schalldruckquadrate.

 

 

Schallpegel

Er gibt an, um wie viel Dezibel eine Schallstärke bei beliebiger Frequenz über dem Schwellenwert J0 = 10-13W/m2 liegt. Schallpegelangaben sind objektiv; denn sie lassen die frequenzabhängige Empfindlichkeit des Ohres unberücksichtigt. Der Summenschallpegel mehrerer Schallquellen errechnet sich aus der Summe der Schallstärken bzw. Schalldrücke. Die Rechnung zeigt, dass eine zweite Schallstärke  

 

gleicher Größe den Schallpegel um 3dB vergrößert. Ist die zweite Schallstärke kleiner als die erste, so kann dem Diagramm entnommen werden, um wie viel Dezibel sich der erste Schallpegel vergrößert, wenn die Differenz beider Pegel bekannt ist. Den Zusammenhang zwischen Schallstärke, Schalldruck, Schallpegel

 

 

Akustik6

 

und Lautstärke zeigt das Diagramm mit den Kurven gleicher Lautstärke. Es liefert auch die Phonzahlen für beliebige Frequenzen.

 

 

 

 

Suche auf meiner Seite
© johann pascher