Bewegt man sich in C-Dur, ist die Bestimmung der Intervalle recht einfach. Sobald man aber die Tonart wechselt, muss man auf die Halbtöne achten. Einfacher ist es, die Halbtöne durchzuzählen. Die Intervalle entsprechen folgenden Halbtonschritten:
|
Intervall |
Halbtöne |
|
Prime: |
0 |
|
Sekunde - klein: |
1 |
|
Sekunde - groß: |
2 |
|
Terz - klein: |
3 |
|
Terz - groß: |
4 |
|
Quarte: |
5 |
|
Tritonus: |
6 |
|
Quinte: |
7 |
|
Sexte - klein: |
8 |
|
Sexte - groß: |
9 |
|
Septime - klein: |
10 |
|
Septime - groß: |
11 |
|
Oktave: |
12 |
Übermäßig
bedeutet, dass das Intervall einen Halbton größer ist als
das reine oder große Intervall.
Eine übermäßige
Terz beträgt also 5 Halbtonschritte, eine übermäßige
Quinte 8 Halbtonschritte.
Verminderte Intervalle sind
genau einen Halbtonschritt kleiner als das reine oder kleine
Intervall.
Ein verminderte Terz ist also 2 Halbtonschritte groß,
eine verminderte Quinte 6 Halbtonschritte.
Vorsicht jedoch
vor einharmonischen Verwechslungen!
Wie man sieht ist
nämlich z.B. nicht nur die verminderte Terz 2 Halbtonschritte
groß, sondern auch die große Sekunde. Auf dem Klavier hat
man also bei beiden Intervallen die gleichen Tasten, jedoch nicht
dieselben Töne oder Noten!
Beispiel: die verminderte Terz
von "e" ist "ges", die große Sekunde ist
jedoch "fis"!
Im Notenbild sieht das so aus:

Warum
"fis" und "ges" nicht derselbe Ton sind, erklärt
sich aus der Harmonie!
Außerdem ist die Unterscheidung
wichtig, wenn man ein Musikstück harmonisch genau analysieren
will, denn Sekunden sind nun mal keine Terzen!
Der Zusammenklang von zwei oder mehreren aufeinander aufgebauten Terzen heißt Akkord. Der einfachste Akkord ist der Dreiklang, der aus Grundton, Terz und Quint besteht. Daraus ergeben sich vier verschiedene Kombinationen.
Es gibt vier Arten von Dreiklängen:
1. der Dur-Dreiklang, große Terz unten und kleine Terz oben:
2. der Moll-Dreiklang, kleine Terz unten und große Terz oben
3. der verminderte Dreiklang, bestehend aus 2 kleine Terzen:
4. der übermäßige Dreiklang, bestehend aus 2 großen Terzen
Jeder Ton eines Dreiklangs kann Basston sein. Daraus ergeben sich die sogenannten Umkehrungen der Dreiklänge (Sextakkord und Quartsexteakkord).
Umkehrungen des Dur-Dreiklanges:
Umkehrungen des Moll-Dreiklanges:
Man kann in allen Tonarten auf jeder Stufe (auf jedem Ton) einen Dreiklang aus leitereigenen Terzen aufbauen. (Leitereigene Töne sind Töne, die in einer Tonart enthalten sind, alle anderen nennt man 'leiterfremd'.)
|
Stufe |
Akkordbezeichnung |
Art des Akkords |
|
I. |
Tonika |
Dur |
|
II. |
Subdominante parallele (Sp) |
Moll |
|
III. |
Mediate, Dominante parallele (Dp) |
Moll |
|
IV. |
Subdominante |
Dur |
|
V. |
Dominante |
Dur |
|
VI. |
Moll parallele der Tonika |
Moll |
|
VII. |
verkürzter Septimeakkord |
Vermindert |
Ein kleiner mulitmedialer Lehrfilm zur diatonischen Quintfallsequenz. Multimediafilm
In mehreren Akkorden kommen die selben Töne vor. Die Stufen I. III. V. VII. II. IV. VI. verwenden jeweils eine Terz gemeinsam. Reiht man diese großen und kleinen Terzen aneinander [(c, e) (e, g) (g, h) (h, d) (d, f+) (f+, a+) (a+, c+) (c+, e+)] wandern die Harmonien nach oben aus. C+ ist bei der reinen Stimmung um 81:80 höher als c. In der Abbildung ist jeweils jeder Dreiklang auch in Oktavelage eingetragen damit dieser Zusammenhang deutlich wird.
Dreiklänge der Moll-Tonleiter:
Vergleicht man die Stufen der Dur Tonleiter und die der natürlichen Moll Tonleiter, so erkennt man dass die selben Akkorde vorkommen.
C Dur – A Moll
|
I. Stufe Dur = |
III. Stufe Moll |
(C Dur) |
|
II. Stufe Dur = |
IV. Stufe Moll |
(D Moll) |
|
III. Stufe Dur = |
V. Stufe Moll |
(E Moll) |
|
IV. Stufe Dur = |
VI. Stufe Moll |
(F Dur) |
|
V. Stufe Dur = |
VII. Stufe Moll |
(G Dur) |
|
VI. Stufe Dur = |
I. Stufe Moll |
(A Moll) |
|
VII. Stufe Dur = |
II. Stufe Moll |
(H°) |

|
I. Stufe = |
A Moll |
|
II. Stufe = |
B° (Verminderter Dreiklang h, d, f) |
|
III. Stufe = |
C Dur |
|
IV. Stufe = |
D Moll |
|
V. Stufe = |
E Dur |
|
VI. Stufe = |
F Dur |
|
VII. Stufe = |
G#° (Verminderter Dreiklang g#, h, d ) |
Die Dreiklänge der I. , IV. und V. Stufe nennt man Hauptdreiklänge, die Dreiklänge der übrigen Stufen Nebendreiklänge.
Die Hauptdreiklänge haben außerdem noch einen eigenen Namen:
|
I. Stufe: |
Toninka |
Dreiklang |
(Tonika) |
|
V. Stufe: |
(Ober) Dominant |
Dreiklang |
(Dominante) |
|
IV. Stufe: |
Unterdominant |
Dreiklang |
(Subdominante) |
Mit Hilfe dieser Hauptdreiklänge kann man sehr leicht Begleitungen zu einfachen Liedern selbst gestalten.
Baut man nicht zwei, sondern drei Terzen übereinander auf, so bekommt man einen Septakkord. Dieser Akkord wird deshalb so genannt, weil er aus einer Terz, einer Quint und einer Sept. besteht.
|
Stufe |
Akkordbezeichnung |
Akkordart |
engl. Bez. |
Schichtung der Terzen |
|
I. |
Septimakkord der Tonika |
Dur gr.7 |
maj7 |
große Terz + kleine Terz + große Terz |
|
II. |
Septimakkord der Subdominanten parallele |
Moll kl.7 |
M7 |
kleine Terz + große Terz + kleine Terz |
|
III. |
Septimakkord der Dominanten parallele |
Moll kl.7 |
M7 |
kleine Terz + große Terz + kleine Terz |
|
IV. |
Septimakkord der Subdominante |
Dur gr.7 |
maj7 |
große Terz + kleine Terz + große Terz |
|
V. |
Septimakkord der Dominante |
Dur kl.7 |
7 |
große Terz + kleine Terz + kleine Terz |
|
VI. |
Septimakkord der Moll parallele der Tonika |
Moll kl.7 |
M7 |
kleine Terz + große Terz + kleine Terz |
|
VII. |
Verminderter Septimeakkord |
Verm. kl.7 |
M7b5 |
kleine Terz + kleine Terz + kleine Terz |
Der am häufigsten verwendete Septimakkord ist der Dominantseptimakkord.
Dieser kommt auf der V. Stufe (Dominante) einer Durtonleiter vor und besteht aus einem Dur - Dreiklang mit kleiner Septim.
Auch dieser Akkord kann umgekehrt werden und es ergeben sich folgende Umkehrungen:
Selbstverständlich gibt es auch alle anderen Arten von Septimakkorden welche sich aus der Kombination von den verschiedenen Dreiklängen mit kleiner oder großer Sept. ergeben. Auch diese Septimakkorde können wiederum umgekehrt und auf jeden beliebigen Basston transponiert werden.
Weitere Akkorde bekommt man, indem man nicht drei sondern vier oder sogar fünf Terzen übereinander schichtet ( 7,9,11 ...). Diese Akkorde werden dann aber nicht mehr vollständig verwendet sondern nur der jeweilige Grunddreiklang (mit oder ohne Quint) mit der 9 (groß oder klein) oder der 11 (groß oder klein) oder der 13 (groß oder klein) als zusätzliche klangliche 'Kosmetik'.
Bezeichnet werden solche Akkorde z.b.:
|
C |
= C - Dur |
|
C M |
= C - Moll |
|
C 7 |
= C - Dur mit kleiner Sept. |
|
C maj7 |
= C - Dur mit großer Sept. |
|
C M7 (6) |
= C - Moll mit kleiner Sept. |
|
C M maj7 |
= C - Moll mit großer Sept. |
|
C M6 (Ø7) |
= C - große Terz + Mollakkord |
|
C M7b5 (o7) |
= C - drei kleine Terz aufeinander |
|
C M#7 |
= C – Mollakkord mit großer Sept. |
|
C 7b5 |
= C – Terzen aus der Ganztonskala |
|
C 7#5 |
= C – Terzen aus der Ganztonskala |
|
C maj6 |
|
Unter einer Tonleiter versteht man eine Reihe von Tönen, welche innerhalb einer Oktave geordnet sind, und das "Grundmaterial" eines Stückes bzw. einer Komposition darstellen.
Die Art der Oktavteilung, bzw. die Tonabstände zwischen den Tönen, bestimmen das Tongeschlecht. Grundsätzlich lassen sich in unserem 12tönigen Tonsystem 4 Einteilungsarten der Oktave unterscheiden:
Die Pentatonik ist eine halbtonlose Fünftonleiter mit 3 Ganztönen und 2 kleinen Terzen:
Man kann sich die Pentatonik vorstellen als die Zusammenlegung vier benachbarter Quinten in den Raum einer Oktave ( c - g - d - a - e).
Die Ganztonleiter ist eine halbtonlose Sechstonleiter, bestehend aus lauter Ganztönen:
Die Ganztonleiter ist ein beliebtes Ausdrucksmittel der impressionistischen Musik (Claude Debussy, Maurice Ravel...).
Schreibt man alle Töne von
c' bis c'' ohne Versetzungszeichen, so bekommt man eine
C-Durtonleiter.
Die Halbtonschritte einer Durtonleiter sind immer
zwischen der III. und IV. Stufe und zwischen der VII. und VIII.
Stufe.
Die Durtonleiter besteht aus zwei gleichen Hälften, den sogenannten Tetrachorden (griechisch tetra = vier), welche jeweils aus 2 Ganztönen und einem Halbton bestehen.
Will man diese Durtonleiter nach aufwärts oder abwärts versetzen (transponieren), so muss man durch die entsprechenden Vorzeichen dafür sorgen, dass sich zwischen der III. und IV. Stufe und zwischen der VII. (Leitton) und VIII. Stufe Halbtonschritte und zwischen allen anderen Stufen Ganztonschritte befinden.
So würde also eine Durtonleiter von d' aus folgendermaßen aussehen:
Auf diese Art lassen sich von allen 12 Tönen Dur-Tonarten bilden. Wenn man diese Dur-Tonarten der Reihe nach ordnet, erhält man den Quintenzirkel.
Die Aufeinanderfolge von allen zwölf Halbtonschritten ergibt die chromatische Tonleiter.
Es gilt in allgemeinen der
Grundsatz, dass beim Aufwärtsgehen ein Kreuzvorzeichen, und beim
Abwärtsgehen ein b-Vorzeichen verwendet werden soll.
Den Quintenzirkel erhält man, wenn man alle Dur-Tonarten der Reihe nach ordnet:
So lassen sich alle Dur-Tonarten anschaulich ordnen.
Bei der Molltonleiter unterscheiden wir drei verschiedene Arten :
natürliche Moll:
Dem natürlichen Moll liegt die Tonreihe a-h-c-d-e-f-g-a zugrunde (ihr Vorläufer ist die äolische Kirchentonart) , d.h. ihre Halbtonschritte liegen zwischen der II. und III. Stufe und zwischen der V. und VI. Stufe.
Beim harmonischen Moll wird die VII. Stufe durch ein Versetzungszeichen erhöht (Leitton)
Dadurch ergeben sich 3 Halbtonschritte ( zwischen der II. und III. Stufe, der V. und VI. Stufe und zwischen der VII. und VIII. Stufe) und ein 1½ Tonschritt (übermäßige Sekund) zwischen der VI. und VII. Stufe.
Die melodische Molltonleiter erhöht beim Aufwärtsgehen nicht nur die VII. Stufe sondern auch die VI. Stufe, um den "übermäßigen Sekundschritt" zwischen der VI. und VII. Stufe zu vermeiden, erniedrigt aber beide wieder beim Abwärtsgehen.
Will man diese Molltonarten
transponieren, so muss man, wie bei den Dur-Tonleitern, durch die
entsprechenden Vorzeichen dafür sorgen, dass sich die
Halbtonschritte und Ganztonschritte zwischen den richtigen Stufen
befinden.
Das Zigeunermoll ist eine Variante der harmonischen Moll-Tonleiter mit einem zusätzlichen Leitton zur Dominante.
Bei dieser Tonleiter gibt es vier Halbtonschritte, zwei 1½-Tonschritte (überm. Sekund) und nur einen Ganztonschritt.
An der Außenseite dieses Kreises sieht man die Durtonarten (Großbuchstaben) und ihre zugehörigen Vorzeichen; an der Innenseite stehen die zugehörigen (parallelen) Molltonarten (Kleinbuchstaben), welche dieselben Vorzeichen wie ihre parallelen Durtonarten haben.
Im Gregorianischen Choral (= der einstimmige liturgische Gesang der katholischen Kirche, geht auf Papst Gregor den Großen (um 600) zurück) und im alten Volkslied, aber auch im Jazz, begegnen uns noch andere Tonreihen, die ebenfalls Ausschnitte aus dem Bereich der Diatonik sind; die sogenannten Kirchentonarten:
Diese Kirchentonarten können natürlich auch auf jeden anderen Grundton aufgebaut werden, es ist allerdings darauf zu achten, dass ihre Halbtonschritte durch die entsprechenden Versetzungszeichen zwischen denselben Stufen zu liegen kommen.
Der Umfang einer Kirchentonreihe wird Ambitus genannt, den Grundton nennt man Finalis (Schlusston) und die Tonreihe nennt man auch Modus.
Außer den oben angeführten Kirchentonarten, die man authentische (ursprüngliche) Tonarten nennt, gibt es noch die plagalen (abgeleiteten) Tonarten. Diese stehen 4 Töne tiefer als die entsprechenden authentischen und haben dieselbe Finalis. Sie werden mit denselben Namen mit einem vorgesetzten "Hypo" bezeichnet, also Hypodorisch, Hypophrygisch, Hypolydisch u.s.w..
Eine weitere Tonskala (Tonleiter) ergibt sich, wenn man eine Tonreihe aus acht Tönen auf der Note h aufbaut. Diese Tonskala ist, wie auch die oben genannten Kirchentonarten, im Jazz gebräuchlich und man nennt sie
Lokrisch (auch locrisch geschrieben):
Jazz-Skalen:
Quelltext von Stefan Hugi:
|
1. Stufe |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
maj7 |
Ionisch |
maj7 |
|
2. Stufe |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
maj7 |
1 |
Dorisch |
M7 dorian |
|
3. Stufe |
3 |
4 |
5 |
6 |
maj7 |
1 |
2 |
Phrygisch |
M7 phrygian |
|
4. Stufe |
4 |
5 |
6 |
maj7 |
1 |
2 |
3 |
Lydisch |
maj7 lydian |
|
5. Stufe |
5 |
6 |
maj7 |
1 |
2 |
3 |
4 |
Mixolydisch |
7 |
|
6. Stufe |
6 |
maj7 |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
Äolisch |
M7 |
|
7. Stufe |
maj7 |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
Lokrisch |
M7b5 or halfdiminished |
Alle 7 Tonarten (Tonalities) sind aus der selben Dur Tonleiter abgeleitet. Freuen Sie sich, beim Improvisieren müssen Sie nicht so viel überlegen. Sie müssen nur herausfinden, welche Dur Tonleiter dem Lied, oder dem Abschnitt eines Liedes zugrunde liegt.
Damit Sie sich vor andern Musikern nicht lächerlich machen, sollten Sie dennoch auswendig lernen, wie die Intervalle aller Tonarten aussehen, wenn man immer mit der 1 beginnt. Das ergibt auch musikalisch am meisten Sinn, da die 1 immer den Grundton oder den Basston angibt.
|
1. Stufe |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
maj7 |
Ionisch |
maj7 |
|
2. Stufe |
1 |
2 |
m3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
Dorisch |
M7 dorian |
|
3. Stufe |
1 |
b2 |
m3 |
4 |
5 |
b6 |
7 |
Phrygisch |
M7 phrygian |
|
4. Stufe |
1 |
2 |
3 |
#4 |
5 |
6 |
maj7 |
Lydisch |
maj7 lydian |
|
5. Stufe |
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
6 |
7 |
Mixolydisch |
7 |
|
6. Stufe |
1 |
2 |
m3 |
4 |
5 |
b6 |
7 |
Äolisch |
M7 |
|
7. Stufe |
1 |
b2 |
m3 |
4 |
b5 |
b7 |
7 |
Lokrisch |
M7b5 or halfdiminished |
Die verschiedenen Skalen werden im Jazz zu folgenden Akkorden verwendet (alle folgende Beispiele können natürlich auf jede andere Tonstufe transponiert werden):
Natürlich kann jede der vorher beschriebenen Tonskala zu ihrem entsprechenden Akkord verwendet werden; z.B. E phrygisch verwendet man über Em7, wenn Em7 der Tonikaakkord (I.Stufe) in einem Stück ist. Es lassen sich ähnlich wie die Kirchentonarten die Skalen von allen Stufen der harmonischen und der melodischen Molltonleiter verwenden. Diese haben keine speziellen Namen, sind jedoch sehr nützlich für Stücke in Molltonarten und als zusätzliche Farbe bei Akkordfolgen in Dur.
Intervalle am Monocord (PDF zum Download)